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Gedruckt am 12.11.2019 um 20:52 Uhr
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Laubhütten in Ellingen  Davsternm.jpg
Von einigen Häusern in Ellingen ist sicher, von anderen nur aus Erzählungen überliefert, dass sie fest installierte Laubhütten besaßen. So bat die jüdische gemeinde im Jahr 1755 darum, das Laubhüttenfest "im" Landauerhaus feiern zu dürfen. Dies konnten Holzhütten im Garten sein, in einem Fall war sie jedoch sicher in Dachnähe im Haus eingebaut. Leider sind die Spuren dieser Laubhütte bei Renovierungen in den letzten 20 Jahren fast völlig verschwunden. Ein Vergleich läßt sich aber mit Hilfe eines Hauses schwer sanierungsbedürftigen Hauses in Pappenheim, Klostergasse 14, ziehen, deren Laubhütte noch vorhanden ist. Zunächst einige Bilder aus Pappenheim:
 ALaubhuettePapp1.jpg  ALaubhuettePapp3.jpg  ALaubhuettePapp2.jpg  ALaubhuettePapp4.jpg
  Die Bilder zeigen im zweiten Obergeschoss einen dreifach unterteilten Raum mit einer Mesusaspalte an der Zugangstür. Das erste Bild zeigt die umlaufenden Dekorationen mit grünen Blättern. Das zweite Bild zeigt links der Länge nach den Dachbalken. Links von ihm war die Öffnung durch das Dach. Der Bogen im Hintergrund trennt den Schlafbereich vom Wohnbereich ab. Das dritte Bild zeigt, dass der Schlafbereich selbst eine geschlossene Zimmerdecke hatte. Doch kann man, wenn der Kopf im Bett auf der rechten Bildseite liegt, durch den Bogen und unter der Pfette durch den freien Himmel sehen. Das vierte Bild zeigt die Dachbodenkonstruktion über der Laubhütte. Während der Fehlboden in anderen Bereichen des Daches mit dem üblichen Sand gefüllt ist, besteht die Füllung über der Laubhütte aus Stroh und Ästen, so dass man von unten her früher einmal durch die Zweige hindurchsehen konnte.


Die folgenden Bilder zeigen einen Raum in einem Anwesen der Weißenburger Straße in Ellingen, das im 18. Jahrhundert von der sehr betuchten Familie Amson ausgebaut worden ist.

EllLaubhuette1.jpg EllLaubhuette3.jpg EllLaubhuette2.jpg a
Am Rahmen der jetzt weiß lackierten Zugangstür fällt die Abdeckung der Mesusa deswegen noch auf, weil das Ausspachteln der Öffnung, durch die man das Pergament sehen konnte, nicht vollständig geglückt ist. Einmal aufmerksam geworden, ist die schräge Abdeckung von rechts unten nach links oben noch zu erahnen. Die beiden Bilder der Stuckdecke zeigen, dass diese, auf das Hausinnere zu, direkt an der Zimmerwand anschließt, während sich nach Osten, zur Außenwand des Hauses hin, ein breiter, nicht verstuckter Streifen zeigt. Der Restaurator erinnert sich, dass an der Grenze des Stuckes an der Decke Spuren einer darunterstehenden Wand zu sehen waren und die Decke ab dort stark nach oben anstieg. Der Fehlboden über dem Raum wurde noch nicht geöffnet und könnte noch Spuren einer ähnlichen Schüttung wie in Pappenheim ans Tageslicht bringen.